Türkische Verräter-App liefert Dissidenten an Geheimpolizei aus

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Der türkische Geheimdienst hat eine Smartphone-Anwendung entwickelt, mit der in Deutschland lebende Türken die Türkei über Landsleute informieren können, die sich gegen die regierende Arbeiterpartei (AKP) aussprechen. Die Verräter-App ist im Jahresbericht des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), aufgetaucht. Der Bericht befasst sich mit terroristischen Aktivitäten und Spionageabwehr im Inland. Die Deutsche Welle, ein staatlicher Rundfunksender, zitierte den BfV-Bericht und erklärte, dass die nachrichtendienstlichen Aktivitäten mehrerer Länder, darunter China, Russland, Iran und die Türkei, erheblich zugenommen hätten. Laut dem Bericht des BfV konzentrieren sich die türkischen Geheimdienste hauptsächlich auf zwei Gruppen, der etwa 3 Millionen in Deutschland lebenden Türken. Eine Gruppe besteht aus Anhängern der kurdischen Arbeiterpartei (PKK), einer bewaffneten Separatistengruppe, die seit 2015 mit millitärischen Mitteln für die Unabhängigkeit der kurdischen Bevölkerung der Türkei kämpft. Die andere Gruppe besteht aus Sympathisanten von Fethullah Gülen, einem türkischen Islamwissenschaftler, der in den USA lebt und von der türkischen Regierung als Hauptinitiator eines Putsches angesehen wird, mit dessen Hilfe im Juli 2016 versucht wurde, die Macht der russlandfreundlichen AKP zu brechen.

App wird vermehrt genutzt

In Deutschland lebende Türken machen in letzter Zeit offenbar vermehrt gebrauch von der Smartphone-Anwendung, die von der türkischen Polizei, genauer gesagt von der Generaldirektion für Sicherheit (EGM), entwickelt wurde. Mit der App sollen Unterstützer der AKP in Deutschland lebende mutmaßliche Mitglieder der PKK oder die Anhänger von Gülen an den türkischen Staat verraten können. Die vom Verrat ihrer Landsleute betroffenen Personen werden dann Verhören zugeführt, spätestens aber festgenommen, wenn sie in die Türkei einreisen, um Familienmitglieder und Freunde zu besuchen.

Einrichtungen in Deutschland üben Verrat

Der Bericht nennt auch mehrere türkische AKP-geführte Organisationen des zivilen Lebens, die als Informationsbeschaffer für mehrere türkische Geheimdienste tätig sind. Darunter sind Bürgergruppen wie die Union der Internationalen Demokraten oder religiöse Organisationen wie die Türkisch-Islamische Union für islamische Angelegenheiten. Die als DITIB bekannte Organisation verwaltet die Aktivitäten von mehreren hundert türkisch-muslimischen Organisationen und Moscheen in ganz Deutschland und soll eng mit der AKP und dem türkischen Präsidenten, Recep Tayyip Erdogan, verbunden sein, der mittlerweile vergessen zu haben scheint, was Demokratie und Menschenrechte sind und das sein Land noch NATO-Mitglied ist. Mehrere deutsche Geheimdienstbeamte haben in den letzten Jahren darauf hingewiesen, dass der DITIB als Geheimdienstarm des türkischen Staates in Deutschland tätig ist.

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Bild: Pixabay Lizenz

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