CIA warnt Norwegen: Arabischer Aktivist im Fadenkreuz der Saudis

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Norwegen reagiert sofort. Die CIA hat Norwegen gewarnt, dass ein prominenter arabischer Aktivist, der im Land unter Asylschutz lebt, einer potenziellen Bedrohung durch Saudi-Arabien ausgesetzt sei. Es handelt sich bei dem Aktivisten um El-Baghdadi, nein nicht um den Baghdadi. Der pro-demokratische Aktivist, İyad el-Baghdadi, ist ein Kritiker des Kronprinzen Mohammed bin Salman. El-Baghdadi wurde am 25. April auf die Bedrohung aufmerksam gemacht, indem Mitarbeiter eines norwegischen Dienstes in seiner Diele standen, um ihn sofort an einen sicheren Ort zu bringen. Auf dem Weg in eine Sichere Umgebung wurde ihm dann erklärt, dass er möglicherweise Ziel eines noch unspezifischen, aber sehr ernst zu nehmenden Angriffs auf seine Gesundheit oder auf sein Leben, gelenkt durch das arabische Königshaus, geworden sei. Dem Aktivisten wurde mitgeteilt, dass die Möglichkeit einer Bedrohung von einem ausländischen Geheimdienst an die norwegischen Behörden herangetragen worden sei. Die Saudis hätten einen Anschlag vorbereitet, aber man wisse nicht, welcher Art. Die norwegischen Behörden nehmen die Sache sehr ernst. Sie kamen mit dem Sondereinsatzkommando, zur Personendeckung und Transportsicherung.

If they don’t want to kill me than I am not doing my job

El-Baghdadi ist ein in Palästina geborener Schriftsteller, der auf Twitter aktiv ist und während des arabischen Frühlings Bekanntheit erlangte, als er anfing, über den Aufstand in Ägypten zu schreiben. Seine englischsprachigen Tweets mit beißendem Spott über autokratische Führer, brachten ihm Zehntausende Twitter-Follower ein. Nach seiner Festnahme und seiner Abschiebung aus den Emiraten wurde ihm 2015 in Norwegen politisches Asyl gewährt. Seither war der saudische Kronprinz häufig Gegenstand kritischer Anmerkungen des Schriftstellers. Letztes Jahr warnte El-Baghdadi auf Twitter, dass Prinz Mohammed gefährlicher werden würde, wenn er nicht von westlichen Verbündeten zur Rechenschaft gezogen würde. Wenn sie mit Entführungen durchkommen, wird der nächste Schritt Mord sein, das ist mein voller Ernst, twitterte er. Er sagte, die derzeitige Bedrohungslage bedeute, dass er alles richtig gemacht habe: Wenn sie mich nicht töten wollten, hätte ich meine Arbeit nicht richtig gemacht. El-Baghdadi sagte, dass die saudische Regierung immer noch bestrebt ist, den Aktivismus außerhalb der Grenzen des Landes zum Schweigen zu bringen. Die Geheimdienstwarnung erfolgt weniger als ein Jahr nach der Ermordung von Jamal Khashoggi, einem saudischen Journalisten der Washington Post und einem US-amerikanischen Bürger, der im Oktober 2018 im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul getötet wurde. Der Mord löste weltweite Empörung aus und führte zur internationalen Ächtung des 33-jährigen Kronprinzen.

Die CIA wollte sich dazu nicht äußern

Der Schritt der CIA, norwegische Kollegen zu informieren, bedeutet nicht zwangsläufig, dass sich El-Baghdadi in akuter Gefahr befindet. Gemäß der US-amerikanischen Geheimdienstrichtlinie 191 hat die Behörde eine gesetzliche Warnpflicht, was bedeutet, dass die CIA ein mögliches Opfer benachrichtigen muss, wenn sie glaubwürdige und spezifische Informationen hat, die auf eine drohende Tötung oder eine bevorstehende Entführungen von Personen oder Personengruppen hindeuten. Die CIA wollte sich dazu aber nicht äußern. Auch der norwegische PSD sagte, er sei nicht in der Lage, zu Einzelpersonen oder bezüglich der Sicherheit von Einzelpersonen Stellung zu nehmen.

Update vom 8. Mai um 11.32 Uhr: Der Aktivist, İyad el-Baghdadi, ist eigenen Angaben zufolge wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Zuvor gab es ein mehrstündiges Briefing durch die norwegischen Sicherheitsbehörden. Diese gaben ihm mit auf den Weg, dass er, solange er sich in Oslo aufhalten würde, mit hoher Wahrscheinlichkeit sicher sei. Er stehe unter besonderem Polizeischutz.

 

Bild: Screenshot Twitter

Beitragsbild: Pixabay Lizenz, ArtisticOperations

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