Piratensender blühen auch im Internet-Zeitalter zumindest in meiner zweiten Heimat, New York

Piratensender blühen auch im Internet-Zeitalter zumindest in meiner zweiten Heimat, New York

Von Blackmetal bis zu gregorianischen Gesängen: Piratensender sind auch heute in den USA noch überaus aktiv – trotz des Internets. Und zwar so sehr, dass reguläre Rundfunkanbieter und ihnen wohl gesonnene Gesetzgeber zunehmend besorgt sind.

Und es gibt sie noch

In Zeiten von Podcasts und Streaming-Diensten sollten Piratensender eigentlich zu den geringsten Problemen von Gesetzeshütern und Privaten Interessenvertretern zählen. Das Gegenteil ist der Fall. Zumindest in Amiland. Hier ist man zunehmend beunruhigt über die Piratensender, die in einigen Städten Frequenzen mit allem Möglichen belegen – von Tanzmusik à la Cuba Libre bis hin zu mexikanischen Quiz-Shows. Beklagt wird, dass die zuständigen Behörden unfähig ist, den Piraten das Handwerk zu legen.

Preiswerte Technik macht es möglich

Dank kostengünstiger Technologien können die nicht lizenzierten Sender Gebiete von mehreren Quadratkilometern abdecken. Die meisten richten sich an Immigranten-Gemeinden, die, so sagen die Piraten, von genehmigten Sendern vernachlässigt werden.

Antonia hört zu

Antonia, eine langjährige Freundin, die vor Jahrzehnten zu mir in den New Yorker Stadtteil Brooklyn zog, dann wieder nach Deutschland ging und dort nun auf Radio Sojuniter eine eigene Online Radioshow präsentiert, hat den Programmen verschiedener Piratensender zugehört. Die Moderatoren klingen wie du und ich, und sie reden über Dinge, die dich interessieren, sagt sie. Du wählst dich ein und sagst, dass du einen bestimmten Song hören willst, und dann spielen sie ihn für dich. Es ist interaktiv. Es bezieht dich ein. 

100 Sender im Großraum New York

Beinahe drei Dutzend Kongressmitglieder aus dem Großraum New York haben die Federal Communications Commission dazu aufgerufen, mehr gegen das noch nie da gewesene Wachstum von Piratensendern zu tun. Die New York State Broadcasters Association schätzt, dass allein im Gebiet von New York City 100 Piratensender operieren. Viele strahlen bis nach Miami und Boston aus.

Meiers Piratensender

Zu den üblichen Verdächtigten zählt auch Meier, mein Friseur in New York. Man wirft ihm vor, eine ungenutzte Frequenz zum Ausstrahlen seiner Show besetzt zu haben. Dort wo eigentlich Nichts sein sollte, hört man philosophische Texte, Meiers Hausmusik und Aufforderungen an Gewinnspielen teilzunehmen, bei denen Anrufer durch das Lösen meist einfacher Rätsel Geld oder einen kostenlosen Friseurbesuch gewinnen können.

Meier, halt durch

Meier sagt, dass er nichts Widerrechtliches tut. Ein Freund, so sagt er, habe sein Internet-Radio über eine selbst gebaute Sender-Anlage ausgestrahlt, ohne ihn darüber zu informieren, dass er dazu eine Frequenz „geentert“ habe. Der Meier startete sein Programm deshalb, weil der örtliche Rundfunk kein Angebot für Deutsche hatte. Vor allem für ältere Hörer, die meist deutsch sprechen und sich isoliert fühlten, sei seine Sendung gemacht.

Antonias Online-Radioshow könnt ihr, mittels TeamSpeak-3-Clients, in unregelmäßigen Abständen auf dem deutschen Piratensender:

ts3server://62.104.20.177?port=9999&password=ServerDerH%C3%B6lle1406

 

                                             

 

Bildquelle: Inactive account – ID 466654, thx! (CC0 Public Domain)

Andreas kann auch relativ sicher über uTox oder GnuPG-Mail erreicht werden. Tox ID: 5643321C2C09E129D74A94128A601004BC62637EF44ED767D07569153BCDCA4F696BB1C61C39 PGP PUBLIC KEY

 

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