Der Bazi-Gulden: Verscheißt Bayern die Einführung einer Parallelwährung im Freistaat?

Der Bazi-Gulden: Verscheißt Bayern die Einführung einer Parallelwährung im Freistaat?

Am ehesten wäre es noch in Bayern möglich, eine Parallelwährung, einen sogenannten Bayern-Gulden, einzuführen. Ähnlich wie bei der Schweizer Vollgeld-Initiative wäre es möglich, das Land vor den Eurokrisen zu schützen und nur mit realem Geld zu wirtschaften. Das Vollgeld könnte Gulden heißen, um nicht mit der D-Mark verwechselt zu werden. Bis zur Einführung der Deutschen Mark unter Bismarck 1873 war der Gulden in Bayern Landeswährung. Im Norden wurde dagegen mit Talern gehandelt.

Geld, das nicht vorhanden ist

Die Idee zum Vollgeld wurde von dem deutschem Ökonom und Sozialwissenschaftler Joseph Huber entwickelt. Vollgeld dürfte nur von Nationalbanken herausgegeben werden. In der Realität ist es jedoch so, dass auch alle anderen Banken selbst Geld kreieren können, sogenanntes Giralgeld, das sie in Form von Krediten Kunden gutschreiben, obwohl es faktisch gar nicht existiert. Bei einem sogenannten Banken-Run, also wenn alle ihr Geld gleichzeitig abheben wollten, wäre dann nicht viel zu holen.

Bilanzfälschung der Banken

Außerdem kann die Bank mit diesem scheinbar höheren Geldbestand spekulieren. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) arbeitet mit Giralgeld, um den Finanzsektor zu stützen. Kritiker sehen darin eine reine Bilanzfälschung, der keine wirkliche Produktion zu Grunde liegt. Das echtes Problem, das wir da in unserem Finanzsystem haben. Es wird Geld ausgegeben, das gar nicht vorhanden ist, für das aber die Bevölkerung im Ganzen haftet. Bayern könnte als stabiles Land voran gehen und ein Beispiel für Andere sein. Eine Parallelwärung wäre der sichere Notgroschen in harten Zeiten. Die Eurokrise ist keinesfalls gelöst. Die rechtzeitige Einführung einer Parallelwährung würde also als Vorsorge gelten. Wenn der Euro-Crash kommt, wäre es so möglich Unheil von der bayerischen Bevölkerung abzuhalten.

Den Schweizern kann’s egal sein

In der Praxis wurde die Einführung von Vollgeld bisher am weitesten in der Schweiz diskutiert. Allerdings ist eine landesweite Einführung von Vollgeld bei einer Volksabstimmung im Juni 2018 von den Schweizern abgelehnt worden. Die Schweizer haben es ja auch abgelehnt, weil ihre Währung stabil ist. Der Euro ist dagegen die einzige Währung, die ständig gerettet werden muss. Wir haben die Staatsanleihen-Käufe, wir haben die Target-Salden und eine Unterbewertung des Euros im Norden und eine Überbewertung im Süden.

Hirnfurz vom einheitlichen Europa

Obwohl Deutschland gemeinhin vom Euro profitiert, war die Währung in der Bevölkerung nie gewünscht. Niemand wollte den Euro, aber es ist einfach keiner gefragt worden. Viele Wirtschaftsexperten wie der ehemalige Präsident des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung Hans-Werner Sinn oder der ehemalige Staatsminister im Finanzministerium Heiner Flassbeck sehen im ihrer Meinung nach überbewerteten Euro den Grund für Krisen in wirtschaftlich schwächeren Ländern in Europa. Die Deutschen Arbeitnehmer werden damit um die Früchte ihrer Tugenden und ihrer Arbeitsleistung betrogen. Deutschland hat den Sozialstaat in riesigen Schritten abgebaut; vielleicht für den Hirnfurz vom einheitlichen Europa.

Bayern kann uns alle retten

Bayern könnte den Anfang machen und so ganz Deutschland retten. Zunächst würde die bayrische Regionalwährung die Wirtschaft ankurbeln. Ähnlich wie in der Schweiz gibt es in Bayern die Möglichkeit der Volksabstimmung. Mithilfe eines Volksbegehrens kann eine Gesetzesvorlage in den Bayerischen Landtag eingebracht werden. Dazu muss ein Zehntel der stimmberechtigten Bürger das Begehren unterstützen. Sollte es dazu kommen, kann der Freistaat noch mal Einspruch erheben, aber müsste sich im Endeffekt fügen, wenn das der Wille des Bürgers ist. Was für eine Chance.

Umstellung ohne Verwerfungen

Bei den Bürgern stößt das Thema auf großes Interesse, wenngleich es Bedenken bei der praktischen Umsetzung gibt. Man müsste das schon als richtiges gesetzliches Zahlungsmittel parallel zum Euro einführen. Es wäre mit so einer Parallelwährung genau dasselbe wie früher bei der Euroumstellung: Beide Werte erscheinen auf dem Kontoauszug. Eine Übergangsvariante wäre, die Löhne und Renten in diesem bayrischen Gulden auszuzahlen, aber die Bankguthaben in Euro zu belassen, damit es da nicht zu Verwerfungen kommt.

Es wird Zeit, dass das Geld ankommt

Es wird Zeit, dass das Geld der Deutschen wieder beim Bürger ankommt und nicht für weitere Eurorettungen verschwendet wird. Der Umgang mit den Schulden innerhalb Europas ist schon jetzt unverantwortlich. Es gibt kein einheitliches Europa und deshalb darf es auch kein einheitliches Schuldensystem geben. Die Bazis könnten uns retten, wenn sie es nicht verscheißen.

 

                                             

 

Bildquelle: Capri23auto, thx! (CC0 Public Domain)

Andreas kann auch relativ sicher über uTox oder GnuPG-Mail erreicht werden. Tox ID: 5643321C2C09E129D74A94128A601004BC62637EF44ED767D07569153BCDCA4F696BB1C61C39 PGP PUBLIC KEY

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2 Gedanken zu „Der Bazi-Gulden: Verscheißt Bayern die Einführung einer Parallelwährung im Freistaat?

  1. Wenn alle Stränge reißen, würde ich auch die Nutzung unseres PrinzipiaCoin tolerieren. Für den Guten Zweck, versteht sich. Der Venezuelanische Petro ist interessant. Wir hatten dazu berichtet. Wie die Blockchain genau aussieht, wird nicht verraten. Die herunterladbare Wallet erinnert an NEM. Gerade hat man den neuen Bolívar an den Petro gekettet. Als ob ich den Braten gerochen hätte, war ich zunächst zurückhaltend was Empfehlung und Kauf angeht.

  2. Bayern braucht sowas aber nicht, Berlin schon. Die haben dermaßen abgewirtschaftet und sind so blockiert, dass sie vom Spiegel schon als Venezuela Deutschlands bezeichnet werden. In Anlehnung an deren Petro, wäre Berlins Schritt zum Bären-Coin nur logisch.

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