Walmart-Lausch-Patent: Mit Audiosensoren zu mehr Überwachung

Walmart-Lausch-Patent: Mit Audiosensoren zu mehr Überwachung

Mit den Worten: “Es besteht der Bedarf, technische Vorraussetzungen zu schaffen, um die Geräusche von Personen in der Einkaufseinrichtung zu erfassen und die Leistung von Mitarbeitern anhand dieser Geräusche zu bestimmen”, hat Walmart sich aktuell ein Patent (US 10.020.004 B2) für eine Audio-Überwachungs-Technologie gesichert.

Walmart Inc. ist als weltweit tätiger US-amerikanischer Einzelhandelskonzern maßgebend für einen großen Teil des US-Marktes. So ist Walmart in der Liste Fortune Global 500 auf Platz eins der umsatzstärksten Unternehmen der Welt verzeichnet und beschäftigt als weltweit größter privater Arbeitgeber über zwei Millionen Angestellte. Die sogenannte “Listening to the Frontend”-Technologie, ist eine von vielen futuristischen Ideen, die Walmart in den letzten Jahren patentieren ließ, da es mit Amazon um die Vorherrschaft im Einzelhandel konkurriert.

Laut dem Patent ist die Verwendung zahlreicher Audiosensoren zur Aufnahme von Signaltönen vorgesehen, um die Interaktionen zwischen Angestellten und Käufern aufzugreifen und übliche Geräusche in Kassennähe zu erfassen, wie Gespräche zwischen Kunden und Mitarbeitern, Pieptöne von einem Warenscanner an einer Kasse, das Rascheln der Tüten beim Einpacken der Produkte und das Ablegen der bepackten Tüten in den Einkaufswagen des Kunden. Die Systeme erfassen und werten aus, ob der Kunde vom Verkäufer gegrüßt wird oder, ob die Kunden sich unterhalten, weil eventuell die Wartezeiten zu lang sind, um somit automatisch die Öffnung einer neuen Kasse zu veranlassen, aber auch die Inhalte der Konversationen werden analysiert.

In die Audioerfassung ist zugleich eine Spracherkennung integriert, damit es möglich wird, veschiedene Geräusche, wie Schritte, das Rollen von Einkaufswagen usw. auseinanderzuhalten. Die aufgenommenen Geräusche dienen als Grundlage, um eine Bewertung für bestimmte Leistungsmetriken zu berechnen. Die dabei gewonnenen Informationen werden herangezogen für Leistungsbeurteilungen von Mitarbeitern, dh., es werden Arbeitsabläufe dahingehend ausgewertet, wie schnell kassiert und verpackt wird und wie viele Tüten die Mitarbeiter für die eingekaufte Ware benötigen, um die Effizienz der Verpackung zu bewerten.

Als angestebtes Ziel des Einsatzes der “Listening to the Frontend”-Technologie gibt Walmart an, Kosten zu senken, indem die Effizienz der Mitarbeiter in den Filialen verbessert wird: “Effizienz und Leistung der Mitarbeiter können dazu beitragen, die Kosten für eine Shopping-Einrichtung zu senken und die Zufriedenheit der Gäste zu erhöhen”, heißt es in dem Patent.

Die Technologie, wenn Walmart sie jemals so umsetzt, könnte zu einer Bedrohung für die Privatsphäre von Verbrauchern und Arbeitnehmern führen. Neue Datenschutzgesetze in Europa verlangen von den Arbeitgebern, dass sie ihren Mitarbeitern mitteilen, welche Daten über sie erhoben werden und wie das Unternehmen sie nutzt. Allerdings: in den Vereinigten Staaten gibt es solche Regeln nicht. Vorausgesetzt, es gäbe eine Gewerkschaft, was bei Walmart nicht der Fall ist, könnte diese lediglich durchsetzen, dass die Mitarbeiter ihre Zustimmung zu solchen Aktionen geben. In dem Fall wäre also der Einsatz dieses Audio-Sensor-Systems vollkommen legal.

Wie bei allen Patenten ist unklar, ob Walmart in naher Zukunft vorhat, die Technologie in die Realität umzusetzen: “Wir denken immer über neue Konzepte und Wege nach, die uns helfen werden, die Art und Weise, wie wir Kunden bedienen, weiter zu verbessern, allerdings haben wir derzeit keine weiteren Details, die wir über dieses Patent mitteilen werden”, sagte Walmart gegenüber BuzzFeed.

Das hier gezeigte Video ist von folgender Quelle: Link

Bildquelle: Victoria_Borodinova, thx! (CC0 Public Domain)

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