$ 40 Millionen Hack: Nichts als heiße Luft

$ 40 Millionen Hack: Nichts als heiße Luft

In keinem anderen Jahr hörte man bisher mehr von Crypto Hacks, als im Jahr 2018. In Zahlen ausgedrückt heißt das, es wurde bis zu diesem Zeitpunkt bekannt, dass 761 Millionen USD gestohlen wurden. Das Jahr begann mit dem $ 530 Millionen NEM- Token-Raub vom japanischen Exchange Coincheck und seither folgten noch andere, bemerkenswerte Überfälle. Eine Prognose gemäß einer Schätzung von CipherTrace besagt, dass 1,5 Milliarden USD an Verlusten durch Hackangriffe bis zum Jahresende noch erwartet werden, berichtet reuters.

Aktuell berichtet newsbtc.com über einen Fall, bei dem ein Hacker, Ted Price, wohnhaft in Hatfield County, Pennsylvania, verantwortlich gewesen sein soll, 40 Millionen USD in Bitcoin gestohlen zu haben. Bei einem Verhör, in dem er zu einem Einbruchsdiebstahl befragt wurde, gestand er ein, entsprechende Schadsoftware entwickelt zu haben, die es ermöglichte, getätigte Transaktionen abzufangen und auf das eigene Konto umzuleiten. Weiterhin sagte er aus, Hacking-Software für ausländische Regierungen zu entwickeln. Zur Umgehung rechtlicher Konsequenzen, stünden ihm ein Privatflugzeug und gefälschte Pässe zur Verfügung. Zum Beweis legte er eine Laptop-Tasche vor, die 105 Seiten mit öffentlich zugänglichen Bitcoin Schlüssel enthielt. Er meinte, es wäre alphanumerischer Code, zum Senden und Empfangen der Kryptowährung. Auf Basis dieser angeblich stichhaltigen Beweise, wurde Price wegen Raubes von $ 40 Millionen angeklagt. Eine Entscheidung, die der Staatsanwalt fast sofort bereute.

Polizei war von Krypto-Fachbegriffen offensichtlich überfordert

Einige Telefonanrufe brachten dann endlich die gewünschte Aufklärung in den angeblichen “Fall”. Es klärte sich der Sachverhalt zu den Hintergründen des selbsternannten Computerkriminellen auf. So stellte sich heraus, dass Price bereits einige Zeit in Psychiatrien verbracht hatte. Auch während der Verhöre stand er unter dem Einfluss eines Medikamentes, namens Oxycodon. Weitere Recherchen brachten ans Licht: der arbeitslose junge Mann bewohnte eine Kellerwohnung bei seinen Eltern, zudem fand man von einem Millionenvermögen keine Spur. Auch der angebliche Diebstahl einer Kreditkarte, für die er im Gefängnis saß, und von der er behauptet hat, sie im Darknet gekauft zu haben, klärte sich schließlich auf: Er hatte diese vom Vater seiner Freundin entwendet und darauf für 150 USD bei Amazon Waren erworben. Diese Tatsachen führten daraufhin zur sofortigen Freilassung des Mannes.

newsbtc.com kommentierte den Sachverhalt noch äußerst treffend: “Die Geschichte hat alle Facetten einer Farce. Abgesehen von der Tatsache, dass ein geistig labiler Mann mit ein wenig Fachjargon die Polizei und einen Staatsanwalt davon überzeugen konnte, dass er Bitcoins im Wert von 40 Millionen Dollar gestohlen hatte, weil er Computerkenntnisse vorweisen konnte. So grundlegend diese auch gewesen sein mögen, übertrafen sie das Verständnis der Behörden für die Technologie.”

Somit stellte sich zumindest dieser Bitcoin-Raub als nichts anderes heraus als zu viel heiße Luft.

Bildquelle: kalasoft, thx! (CC0 Public Domain)

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