Kryptojäger: Auf der Suche nach den verlorenen Bitcoin-Wallets

Kryptojäger: Auf der Suche nach den verlorenen Bitcoin-Wallets

Der moderne Indiana Jones heißt Kryptojäger und er kommt genau dann zum Einsatz, wenn verlorene, gestohlene oder unzugängliche Kryptowährungen aufgespürt oder wieder zugänglich gemacht werden sollen. Gleich Metalldetektoren des digitalen Zeitalters, die anstatt Gelände nach edlen Metallen durchkämmen, kommen hier Supercomputer bis hin zur Hypnotherapie zum Einsatz, um Menschen mit ihrer verlorenen Kryptowährung wieder zu vereinen.

Ein Fünftel aller Bitcoins gelten als verloren

Laut Chainalysis, einem Blockchain-Analyse-Unternehmen mit Sitz in New York City, ist rund ein Fünftel aller Bitcoins, rund 20 Milliarden Dollar, verloren, berichtet The Wall Street Journal. Die Verwahrung der Bitcoin in den sogenannten Wallets, einer digitalen Geldbörse, machen einerseits deren Aufbewahrung besonders sicher. Durch die persönliche Identifikationsnummer, die digitale Wallet-PIN-Adresse, ist sie nur dem Besitzer zugänglich. Diese ist sehr lang und gilt nahezu als unknackbar. Andererseits liegt gerade darin auch ihre Schwäche, denn wird die Identifikationsnummer nicht sorgfältig verwahrt, kommt gewöhnlich niemand mehr an den gesicherten Bitcoin-Schatz in der betreffenden Wallet.

Ein neuer Service bietet Wiederherstellung des Zugriffs auf Wallets an

Die Zahl der Fälle haben sich gehäuft, in denen genau das passiert ist, die Adresse kam abhanden, der Zugang zur Wallet war verwehrt. Genau aus diesem Grund ist ein neuer Service entstanden: die Kryptojäger. Einzelpersonen oder kleine Unternehmen spezialisierten sich darauf, genau das persönliche Vermögen gegen eine Gebühr wieder zugänglich zu machen.

Mit unterschiedlichen Methoden: Weg frei zur Wallet

So versucht das Unternehmen, Wallet Recovery Services, eine Brute-Force-Entschlüsselung auf Bitcoin-Wallets einzusetzen. Gegen Zahlung einer Entschädigung von 20 Prozent der zurückgewonnenen Coin, versucht das Unternehmen, die Wallet wieder zugänglich zu machen, allerdings beträgt ihre Erfolgsquote nur 30 Prozent und der Prozess ist sehr zeitintensiv.

Ein weiteres Unternehmen, We Recover Data, mit Firmensitz in New York, half einst Firmen bei der Wiederherstellung gelöschter oder beschädigter Daten. Nun wenden sie dieselben Methoden darauf an, Wallets zu entsperren, bei denen der Schlüssel verloren gegangen ist. Immerhin verzeichnen sie eine Erfolgsquote von 95 Prozent und berechnen eine variable Gebühren-Rate, die abhängig ist von der Schadenshöhe und dem benötigten Aufwand.

Last but not least arbeitet auch Chainanylsis an diesen Problemen, allerdings lösen sie zusammen mit dem FBI Krypto-Verbrechen, wie Diebstähle durch Hackangriffe, mittels einer leistungsstarken Software, die in der gesamten Blockchain prüft, wo Kryptowährung abhanden kam. Auch The Wall Street Journal bat sie um einen Kostenvoranschlag. Deren Antwort war: “Mehr als du dir leisten kannst.” Sie vergeben ihre Dienste auch nicht an Einzelpersonen.

Einen völlig anderen Ansatz bietet Jason Miller von South Carolina. Er versucht durch Hypnose aus den Erinnerungen seiner Kunden, die in Vergessenheit geratenen Identifikationsnummern, wiederzuerlangen. Bei ihm werden für seine Dienste 0.5 Bitcoin im Voraus fällig. Weitere 5 Prozent Gebühr verlangt er von dem, was wiederhergestellt wird. Seine Erfolgsquote beträgt 50 Prozent. Er jedoch ist von seiner Methode überzeugt: “Jeder hat ein fotografisches Gedächtnis. Mit geschickter hypnotischer Regression können Sie auf das Foto zugreifen.”

Bildquelle: PDPics, thx! (CC0 Public Domain)

Related Post

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.