Nie wieder Zuckerberg – Heute verlasse ich Facebook

Nie wieder Zuckerberg – Heute verlasse ich Facebook

Heute verlasse ich Facebook. Nicht zum ersten Mal übrigens. Es war leichter, mir das Rauchen abzugewöhnen. Meine Social-Media-Rückfälle sind so sicher, wie das Ahmen in der Kirche. Deshalb bin ich auf der Suche nach einer Art Ersatzdroge. Etwas, das mir den Ausstieg erleichtert und nicht so gefährlich ist, wie das Original. So eine Art Metadon oder Nikotinell für FB-Abhängige. Hier mein Selbstversuch.

Du bist nicht allein

Bestimmte Apps, darunter die von Facebook und deren Messenger, können den eigenen Bildschirm aufzeichnen, ohne sich dafür beim Anwender explizit Rechte einholen zu müssen. War erst kürzlich wieder zu lesen. Untersuchungsergebnissen aus den USA zufolge wird die Technik auch dazu benutzt, sensible Daten an Drittanbieter zu verkaufen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Die verticken tatsächlich unsere Screenshots und es ist kein Ende der Skandale in Sicht.

Immer wieder Skandale

Zuckerberg hat vor dem US-Kongress und dem Europäischen Parlament Besserung gelobt. Doch die Verfehlungen häuften sich: Russische Hacker hatten die Präsidentschaftswahlen in den USA über Facebook beeinflusst. 87 Millionen persönliche Daten stammten von der mit Trump verbundenen Cambridge Analytica. Etwa 200 weitere Apps könnten neben FB persönliche Daten leaken. Facebook sammelt durch ein umfangreiches Werbenetzwerk sogar Daten von Personen, die nicht mal Facebook-Nutzer sind. Gerade noch rechtzeitig vor der Einführung der DSGVO verlagerte Facebook 1,5 Milliarden Nutzerkonten aus Irland in die Vereinigten Staaten, wo die Datenschutzgesetzgebung lockerer ist. Die NY Times meldete, dass Facebook mit 60 chinesischen Firmen, darunter Huawei, ein Hersteller der von US-Behörden als Sicherheitsbedrohung gesehen wird, Nutzerdaten geteilt hat. Das ist alles nicht neu und man fragt sich, was muss eigentlich noch alles passieren, bevor den Leuten klar wird, dass es so nicht weitergehen kann. Und man ist selbst keinen Deut besser, weil man glaubt, bestimmte Freunde oder den Sportverein nicht mehr erreichen zu können, ohne Facebook, und manchmal stimmt das ja auch. Dennoch, jetzt ist Schluss. Ich folge nun Berühmtheiten wie Elon Musk und dem ehemaligen Whatsapp-Boss Brian Acton, die ihre Accounts ebenfalls gelöscht haben.

Es gibt sie, die Rückfallgefahr

Aber so ganz ohne Social Media will, oder kann ich nicht sein. Wenn ich das versuchte, wäre ich schon in Kürze wieder bei Facebook. Mit schlechtem Gewissen und verständnislosen Freunden auf der anderen Seite. Ich brauche eine Alternative. Eine Ersatzdroge, die nicht so böse Folgen hat. Da gibt es doch sicher irgendwas von Ratiopharm, oder?

Die Alternativen sind bekannt

Diaspora wäre eine gute Alternative zu Facebook. Es handelt sich dabei um ein freies, dezentrales Projekt ohne Eigentümer und finanziellen Interessen und deshalb gibt es auch keine Werbung. Man kann sich mit einem Pseudonym anmelden und behält alle Rechte an seinen Daten. Mastodon ist relativ neu und wäre eine gute alternative für Twitter. Twitter wurde in letzter Zeit auch immer facebook-ähnlicher. Da müsste man eigentlich auch weg. Aber es ist doch Twitter. Mal sehen. Vielleicht kann es auch eine Alternative zu Facebook sein. Genau wie Diaspora ist Mastodon dezentral und trägt sich finanziell selbst. Es mutet sehr modern an und man bekommt ebenfalls keine Werbung zu sehen. Außerdem gäbe es da noch Digg, Raftr oder Ello. Alternativen für den Facebook-Messenger gibt es auch. Signal, Telegram oder Wire könnten da passen.

Pass auf Dein Smartphone auf

Auf jeden fall solltest du vorsichtiger mit Deinem Smartphone umgehen. Es gibt zwar derzeit keinen Hinweis darauf, dass die kleinen Spione mithören, aber Apps senden ungefragt Bildschirmfotos an Dritte, auch dann, wenn du dich in einer vielleicht sensiblen Situation befindest. So, ich bin raus. Das ist erstmal ein sehr, sehr gutes Gefühl. Wir sehen uns auf der anderen Seite.

 

Bildquelle: coffeebeanworks, thx! (CC0 Public Domain)

Andreas kann sicher erreicht werden über Signal: +47 925 40 614, Wire: @andreaskoeppen, Threema: 74YNTKXK, pEp-Fingerabdruck: FDAD B894 FAD1 5417 D6D4 987F FADB 2630 7B6E 14EC .

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Ein Gedanke zu „Nie wieder Zuckerberg – Heute verlasse ich Facebook

  1. Hallo Andreas,
    bist ja im Moment nicht damit alleine damit, die Facebook-Crew den Rücken zu kehren. Muss gestehen, das ICH mich auch davon dinstanziert habe. Was die “Nachbarn ” und “Bekannten” am Anfang machen, ist zu mindest für höchstens paar Monate halbwegs interessant. (Wenns gut läuft). Aber dann fängt es doch an zu nerven, und immer das Gefühl vielleicht doch ein “Daumen hoch” abgeben zu müssen, als dankbarkeit weil ja die auch für einen “voten”.

    Scheiss drauf, es ist mit der Zeit lästig und zeitintensiv.
    Die Zeit kann man auch anders verbringen.

    Lieben Gruß, mein Name
    Danny Pennywise

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