Europol-Ermittlungserfolg im Darknet führt zu größtem LSD-Fund Europas

Europol-Ermittlungserfolg im Darknet führt zu größtem LSD-Fund Europas

Wie Europol am 28. Juni 2018 in einer Pressemitteilung bekannt gab, gelang ihnen ein Ermittlungserfolg gegen weltweit international agierende Darknet-Täter. In einem Rekordfund, der größten in Europa je gefundenen Menge LSD, haben sie durch eine Zusammenarbeit der Länder Österreichs und Spanien im März in zwei Laboren insgesamt 800.000 Dosen mit LSD im Marktwert von zwölf Millionen Euro konfisziert. Die Drahtzieher wurden dingfest gemacht sowie große Mengen an Suchtmitteln und NPS-Substanzen, Bargeld, Bankkonten, Kryptowährungen und Immobilien, darunter drei Immobilien mit einem Wert von knapp 1 Mio. Euro und zehn Luxusfahrzeuge, beschlagnahmt.

Durch eine gemeinsame, zeitgleiche Aktion, der Operation DRYER, im März diesen Jahres, der spanischen Guardia Civil, der österreichischen Bundespolizei, des Bundeskriminalamtes, Polizeibehörden in den USA und in Großbrittanien, unterstützt von Europol, ist es den Ermittlern gelungen, ein kriminelles Netzwerk im Darknet auszuhebeln, das weltweit synthetische Drogen, so genannte neue psychoaktive Substanzen (NPS), hergestellt und vertrieben hat. Die kriminelle Gruppe war auch daran beteiligt, ihren Anteil am Gewinn durch den Verkauf von Kryptowährungen, hauptsächlich Bitcoins, zu waschen. Das Ergebnis von insgesamt sechs Hausdurchsuchungen in Spanien (Granada, Valencia und Madrid) und eine Hausdurchsuchung in Österreich führte zur Beschlagnahmung von mehr als 4.500.000 EUR in Bitcoins, IOTA und Lumen. Auch hierbei handelt es sich um die weltweit größte Sicherstellung Europas. Acht Personen, spanischer, österreichischer und französischer Staatsangehörigkeit, die wegen Drogenhandels, Geldwäsche und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung angeklagt sind, wurden verhaftet.

Über 100 verschiedene Arten von NPS wurden in zwei Laboratorien in den Provinzen Granada und Valencia in Spanien beschlagnahmt, deren Marktwert über 12 Mio. EUR liegt. Fast 800.000 LSD-Dosen wurden beschlagnahmt. Dies ist die größte jemals in der Europäischen Union (EU) für diese Art von Substanzen und Derivaten verwendete Menge. Europol unterstützte den Aktionstag mit jeweils zwei mobilen Büros in Spanien und Österreich. Auch eine analytische Begutachtung wurde während der gesamten Operation gewährt.

Die Ermittlungen dauerten seit Sommer 2017 an, die kriminelle Organisation agierte bereits seit dem Jahr 2012. Die Ermittlungen brachten zutage, dass die Kriminellen das Rohmaterial aus asiatischen Ländern, hauptsächlich aus China, importierten, um die psychoaktiven Substanzen herzustellen. Die Organisation betrieb ein Labor in Amsterdam, das als Produktionsstätte der synthetischen Drogen diente. Von diesem Labor aus wurden die Betäubungsmittel in zwei weitere Laboratorien in Spanien (Granada und Valencia) geliefert, die direkt von der Organisation verwaltet und in denen die Arzneimittel verpackt und an den Endverbraucher verteilt wurden.

Der Postversand ging in mehr als 100 verschiedene Länder, die narkotische Substanzen enthielten, die als legale Produkte, wie Zementzusätze, getarnt waren. Unter den verteilten Substanzen waren über 100 verschiedene Arten von NPS: synthetische Cannabinoide, Depressiva, Dissoziative, Stimulanzien wie Amphetamine oder Cathinone, Nootropika, Psychedelika und synthetische Opiate, letzteres ein schwerwiegendes Problem in entwickelten Ländern, wie den USA.

Die organisierte kriminelle Gruppe bot die synthetischen Drogen ausschließlich über Darknet-Webseiten an, wo der Zugriff auf, von Foren umgeleitete, eingeladene Benutzer beschränkt war. Zwei der von der Organisation verwalteten Webseiten erfreuten sich eines hervorragenden Rufes, da sie weltweit die bekanntesten und exklusivsten auf diesem Gebiet waren. Der 39-jährige Österreicher soll die Web-Shops administriert haben. Die Geldgeschäfte zwischen den zahlreichen Firmen in Spanien und Österreich wurden durch den Niederösterreicher sowie den spanischen Haupttäter durch Scheinrechnungen abgewickelt.

Alle von der kriminellen Organisation betriebenen Web-Shops wurden durch die spanischem Behörden gesperrt. Um den Anschein der Legalität zu erwecken, verschleierten die Cyberkriminellen die Geldflüsse, indem sie eine Vielzahl von Firmen gründeten. Das machte die Nachforschungen der Beamten besonders umfangreich, es waren viele Spuren zurückzuverfolgen. Den Beschuldigten wird neben Drogenhandel und Bildung einer kriminellen Vereinigung auch Geldwäsche vorgeworfen.

Bildquelle: geralt, thx! (CC0 Public Domain)

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