Festnahme des Audi-Chefs

Festnahme des Audi-Chefs

Der 55-jährige Audi-Chef Rupert Stadler ist am Montagmorgen in seinem Haus in Ingolstadt vorläufig festgenommen worden. Es habe Hinweise gegeben, dass die Gefahr einer Verdunkelung besteht, teilte die Staatsanwaltschaft München II mit. Das habe zu dem Haftbefehl geführt. Der Staatsanwaltschaft liegen demnach Hinweise vor, dass mögliche Zeugen oder Mitbeschuldigte beeinflusst werden sollten.


Bisher hat er noch keine Aussage gemacht. Der Verteidiger nehme jetzt Akteneinsicht und wolle am Dienstag mit Stadler darüber sprechen, sodass die Vernehmungen frühestens ab Mittwoch beginnen könnten. Stadler kann jederzeit Beschwerde gegen die Untersuchungshaft einlegen und eine Haftprüfung beantragen, berichtet die SZ.de

Ein Audi-Sprecher teilte mit: “Wir bestätigen, dass Herr Stadler am heutigen Morgen festgenommen wurde.” Weiter heißt es, wegen der laufenden Ermittlungen könnte man keine weitere Angaben zu den Hintergründen machen. Für Stadler gelte aber weiterhin die Unschuldsvermutung.

Im Audi Diesel-Skandal ermittelt die Staatsanwaltschaft seit einem Jahr. Am 11. Juni gegen 9 Uhr wurden Stadlers privat Villa in Ingolstadt durchsucht. Vorher führte der Manager ein aus Sicht der Staatsanwaltschaft München II entlarvendes Telefonat, wie es aus Kreisen von Verfahrensbeteiligten heißt. Ebenso ist die Rede von einem Dokument, wo heraus vorgeht, wie sich Stadler mit einem oder mehreren Audi-Kollegen über die Abgasaffäre unterhielt. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft diente das dazu, das Ausmaß der Affäre zu vertuschen. Daher der Verdacht der Verdunkelungsgefahr

Im März 2017 und im Februar 2018 hatte es in der Audi-Zentrale in Ingolstadt und im Werk Neckarsulm bereits Durchsuchungen gegeben. Dabei sind sie auf eine Mail mit entsprechenden Hinweisen gefunden, die von Ende 2015 stammt und auch an Stadler ging. Stadler könnte demnach schon vor zweieinhalb Jahren Hinweise auf Diesel-Fahrzeuge mit manipulierter Abgasreinigung bekommen und womöglich bewusst in Kauf genommen haben, dass solche Modelle weiterhin hergestellt und in Europa verkauft wurden.

Weiterhin wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft München II gegen ihn und ein weiteres Mitglied des Audi-Vorstands ein Ermittlungsverfahren eingeleitet hatte. Sie legt ihnen “Betrug sowie mittelbare Falschbeurkundung zur Last”. Die Beschuldigten hätten Dieselautos mit manipulierter Abgasreinigung in Europa in den Verkehr gebracht.

 

Die neuen Entwicklungen rund um die Festnahme von Stadler wirkten sich am Montag auch auf den Finanzmärkten aus. Die Aktie des Mutterkonzerns VW gab zeitweise um mehr als drei Prozent nach.

Bildquelle: jraffin, thx! (CC0 Public Domain)

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.