Mit Zitronen gehandelt – wie der Staat wieder gewinnt

Mit Zitronen gehandelt – wie der Staat wieder gewinnt

Ein 23-Jähriger hat im Darknet mit Zitronen gehandelt. Na gut, es waren Drogen im Spiel. Im dunklen Bereich des Internets hatte der Mann aus Korntal-Münchingen Marihuana und Kokain verkauft. Doch vom Gewinn wird ihm nichts übrig bleiben. Denn der Staat gewinnt immer.

Außer Spesen, nichts gewesen

Handschellen klicken, ein Vollzugsbeamter bringt den Pechvogel in das Amtsgericht Ludwigsburg. Nach weniger als vier Stunden war er wieder auf freiem Fuß, allerdings erheblich geschröpft. Unerlaubter, gewerbsmäßiger Handel mit Betäubungsmitteln und Drogenbesitzes lautet der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Das war der Richterin 2 Jahre auf Bewährung wert. Da hatte das Arbeiterkind aber schon drei Monate Untersuchungshaft im RAF-Knast Stammheim hinter sich. Die Gewinne aus dem Drogengeschäft, rund 9000 Euro, gehen an den Staat. Denn die Nobelherberge hatte ihren Preis.

Gemeinnützige Arbeit 200

Außerdem wollte die Richterin ihm noch ein bischen den Finger in den Arsch stecken, was sie mit 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit tat, die sie ihm noch zusätzlich aufbrummte. Sie hielt dem armen Kerl zugute, dass er gestanden und von selbst mit dem Geschäft aufgehört hatte. Bewundernd gab sie zu: Gewerbsmäßig im Darknet zu handeln und den Computer technisch entsprechend einzurichten, bringe eine gewisse Kreativität zum Ausdruck. Bei der HD (Hausdurchsuchung) finden die Ermittler Drogen, Waagen, Laptops, Mobiltelefone und die gesamte Buchführung des Geschäftsmannes.

Ordnung muss sein

Anhand von Dokumenten wie Sendebelegen der Post bekamen Ermittler heraus, dass der Korntal-Münchinger in mindestens drei Fällen Betäubungsmittel bestellt hatte, darunter 100 Gramm Kokain. Verschiedene Behörden waren an den Ermittlungen beteiligt. Polizisten hatten den Dealer  ausgemacht nachdem sie in einer anderen Sache auf Benutzerdaten für das Darknet gestoßen waren.

Kaputte Menschen

Dann hatten Wiesbadener Ermittler Testkäufe gestartet. Auf den daraufhin erhaltenen Umschlägen stellten sie DNA und Fingerabdrücke sicher. Diese stimmten mit denen aus der HD-Party in Münchingen überein. Im März diesen Jahres wurde der 23-Jährige dann festgenommen. Seine Zeit im Gefängnis beschrieb der Internetkaufmann als interessant. Er sei aus der normalen Welt gerissen worden und habe viele kaputte Menschen, aber auch Insassen kennengelernt.

Der Staat gewinnt immer

Das Motiv blieb im Verborgenen. Der junge Mann war selbst Konsument und wollte wohl Gewinn machen, doch Gewinn macht hier nur einer, deutete die Richterin an.

Bildquelle: Mit Zitronen gehandelt – wie der Staat wieder gewinnt niekverlaan, thx! (CC0 Public Domain)

Andreas kann sicher erreicht werden über Signal: +47 925 40 614, Wire: @andreaskoeppen, Threema: 74YNTKXK, pEp-Fingerabdruck: FDAD B894 FAD1 5417 D6D4 987F FADB 2630 7B6E 14EC .

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